Corona

„Novemberhilfe“ für Solo-Selbstständige und Freiberufler


(Quelle: iStockphoto.com/porcorex)

Außerordentliche Überbrückungshilfe für den November 2020
Seit dem heutigen Tag ist im Zuge der erneuten Corona-bedingten Betriebsschließungen, die Beantragung der „Novemberhilfe“ möglich. Neben betroffenen Unternehmen, erhalten auch im Haupterwerb tätige Solo-Selbstständige und Freiberufler*innen, finanzielle Unterstützung von bis zu 75% des Vergleichsumsatzes. Was das genau bedeutet und wo ihr euren Antrag stellen könnt, erfahrt ihr hier im Beitrag.

Wie zu Beginn erwähnt, müssen sich Solo-Selbstständige und freiberuflich Tätige im Haupterwerb befinden, um auf die „Novemberhilfe” hoffen zu können. Als Solo-Selbstständig gilt ein Gewerbetreibende*r ohne angestellte Mitarbeiter*innen. Zusätzlich im Haupterwerb ist man dagegen nur, wenn die Summe der im Jahr 2019 erzielten Einkünfte, zu mindestens 51% aus gewerblicher o. freiberuflicher Tätigkeit stammen.

Weitere Voraussetzungen:

  1. Erfassung bei einem deutschem Finanzamt
  2. Umsatzeinbruch von mind. 80%
  3. Gründung vor dem 01.10.2020
  4. Bei Betriebsschließung auf Grund Schließungsverordnung („direkte Betroffene”) ODER wenn mind. 80% des Einkommens von direkt betroffenen Unternehmen stammen („indirekt Betroffene”) ODER wenn mind. 80% des Einkommens von indirekt betroffenen Unternehmen stammen („indirekt über Dritte Betroffene”)

Der letzte Punkt sorgt oftmals für Verwirrung, hierfür sei folgendes Beispiel als Erläuterung gedacht:
Per Verordnung ist festgelegt, dass Clubs nicht öffnen dürfen. Der Clubbetreiber ist demnach direkt betroffen. Ein/e Veranstalter*in, der / die in diesem Club regelmäßig Events organisiert hat, ist somit indirekt betroffen. Alle Dienstleister*innen wie DJ’s etc., die vom Veranstalter gebucht werden, sind indirekt über Dritte betroffen und somit ebenfalls Antragsberechtigt.

Die Höhe der Unterstützung ist auf 75% des Vergleichsumsatzes, bis maximal 5000,-€ festgelegt. Der Vergleichsumsatz ist für Solo-Selbstständige der Umsatz des Monats November 2019 oder der durchschnittliche Jahresumsatz von 2019. Dabei gilt es zu beachten, dass bereits gewährte Überbrückungshilfen angerechnet werden und somit die Novemberhilfe dementspechend geringer ausfällt.

Zur Antragsstellung:

Hat man bisher noch keine Überbrückungshilfen beantragt, so besteht die Möglichkeit für Solo-Selbstständige die eigenständige Beantragung. Diese erfolgt ausschließlich in digitaler Form über ein Internet-Portal des Bundes. Dafür wird außerdem ein ELSTER-Zertifikat benötigt. Damit ihr nichts vergesst, findet ihr hier eine Art Leitfaden zum Direktantrag.

Diese und weitere Informationen findet ihr in dem Artikel des BMWI und den Vollzugshinweisen.

Verwandter Artikel: Corona-Krise: Hilfen für Selbstständige

Absagen von Großveranstaltungen bis zum 31. August 2020

Juizzed x Splash
DJ Juizzed beim Splash (Quelle: DJ Juizzed)

Wer die gestrigen Verkündungen der Bundesregierung verfolgt hat, der dürfte neben diversen neuen Entwicklungen und Plänen auch über folgende Maßnahme informiert worden sein: Neben ersten Lockerungen Anfang Mai bleiben auch weitere Einschränkungen infolge der Coronakrise erhalten, darunter die Absage von sämtlichen ‚Großveranstaltungen‘ bis Ende August. Diese Nachricht wurde an anderer Stelle unter anderem von der Mitteilung begleitet, das die FKP Skorpio alle ihre Festivals des Sommers wie das Hurricane/Southside oder das Deichbrand cancelt.

Die Definition von ‚Großveranstaltungen‘ bleibt bei dieser Maßnahme allerdings unscharf, wie auch der Rolling Stone zusammenfasst. Sicheres Ergebnis für den Anfang ist erst einmal nur, dass die besagten ‚Größen‘ länderseitig überhaupt noch festgelegt werden müssen. In NRW handelt es sich nach aktuellem Stand grob um eine ‚Großveranstaltung‘, wenn mehr als 100.000 Besucher oder mehr als 5000 Besucher gleichzeitig an einem Ort erwartet werden oder generell ‚ein erhöhtes Gefahrenpotential‘ vorliegt. 5000 bis 100.000 Besucher ist natürlich einerseits eine recht große Spanne, andererseits finden die meisten Venues für Konzerte oder Performances von DJs in der Regel ja eher unterhalb der 5000 Besucher-Marke statt.

Man darf also auf weitere Schärfungen der Definition und der Bedeutung dieser für den Livemarkt gespannt sein – wir halten euch auf dem Laufenden.

Verwandter Artikel: Corona-Krise: Hilfen für Selbstständige

DJcity und Beatsource hosten Fundraiser-Event mit 8-stündigem Livestream

Fundraiser Feat

Fundraiser Feat

DJcity und Beatsource hosten am kommenden Samstag, den 11. April 20, ein 8-stündiges Fundraising-Event per Livestream. Die Spenden werden dabei für die Direct Relief-Organisation gesammelt und damit Notleidenden in der Coronakrise zu Gute kommen.

Die Sets kommen dabei von Open Format-Größen wie Just BlazeDJ RevolutionSamantha RonsonMad SkillzChris VillaDJ SceneDJ Spider, and Kayper.

Seht euch den Stream ab 21 Uhr auf dem Twitch-Channel von Beatsource an.

Corona-Krise: Folgen für die DJ-Community

DJs und Corona

DJs und Corona

Wer selbst noch nicht von Absagen betroffen ist, der hat es vermutlich über die im Bekanntenkreis betroffenen Freunde und kreativen Partner trotzdem schon gehört: Die Einschränkungen, die die Pandemie des Corona-Virus mit sich bringt, treffen das gemeinschaftliche Leben, aber allen voran auch das Berufsleben von freiberuflichen Künstlern, Veranstaltern und Clubbetreibern massiv. Touren und Gigs werden auf unbestimmte Zeit abgesagt, Venues schließen ihre Pforten – kurz gesagt, die meisten Einkommensquellen von DJs und anderen Künstlern, aber auch der regulären Arbeiterschaft des Nachtlebens brechen quasi über Nacht weg.

Dass die Situation für viele der Betroffenen neben den allgegenwärtigen gesundheitlichen Risiken auch enorme geschäftliche bedeutet, haben viele Teile der Community schon am eigenen Leib erfahren müssen. Da auch dem DJcity DE-Team die existentielle Bedrohung bewusst ist, die von der aktuellen Entwicklung der Verbreitung des Virus und dem Umgang damit ausgeht, haben wir einmal versucht, ein paar hilfreiche Hinweise und Links zu sammeln und euch bereitzustellen.

Allgemeine Informationen

Eine sehr gute Übersicht mit Informationen über das Corona-Virus selbst, Maßnahmen zum Schutz und den Möglichkeiten rund um Kredite und ähnliches findet ihr gesammelt auf der Webseite der IHK.

Finanzielle Absicherung

Wer Fragen zur finanziellen Absicherung für Freiberufler oder den rechtlichen Hintergründen von Entschädigungs- und Überbrückungsleistungen hat, kann sich hier entweder beim Land Sachsen oder bei Finanztip.de gut informieren. Für alle Versicherten der Künstlersozialkasse gibt es außerdem bereits umgesetzte Maßnahmen, die eine Anpassung der Beiträge erleichtert; weiterhin werden steuerliche Liquiditätshilfen bei den Finanzämtern eingeleitet. Die finanzielle Unterstützung der jeweiligen Bundesländer fällt in diesem Zeitpunkt noch sehr unterschiedlich aus, der Freistaat Bayern bietet als einer der ersten Länder so nun beispielsweise eine Soforthilfe für Betroffene an.

Generell gilt: Die richtigen Ansprechpartner bei Themen rund um Grundversorgung, Ausfallentschädigungen, Steuererleichterungen, Liquidität oder Kredite sind in den jeweiligen Bundesländern die schon erwähnte IHK, die Finanzämter, die Bezirksämter oder natürlich das jeweilige Gesundheitsamt. Allerdings möchten wir auch noch einmal um Verständnis für deren Mitarbeiter bitten, die ebenso unverhofft mit der aktuellen Situation konfrontiert worden sind, wie alle anderen auch, und trotzdem sicher ihr Bestes geben, um euch und alle anderen Betroffenen zu unterstützen.

Gegenseitige Unterstützung

Eine der positiven Seiten von Krisen wie der aktuellen ist das Aufkeimen von gesellschaftlichen Zusammenhalt, der zu spüren ist. Das spiegelt sich in Solidaritätsbekundungen für freiberufliche Kreative, Clubs und Bars und anderen Betroffenen, die sich konkret in Hilfestellungen wie dieser Petition für Freiberufler und Kreativen während des Corona-Shutdowns äußern. Außerdem mobilisieren sich erste Nachbarschaftshilfen wie die von nebenan.de, die neben weiteren Informationen und Ratschlägen auch einen Aushang für Wohnhäuser bereitgestellt haben, über den sich Hausgemeinschaften mit ihren Mitgliedern aus Risikogruppen organisieren und diese bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützen können.

Das DJcity DE-Team wünscht euch angesichts dieser neuen und ungewohnten Lage gute Gesundheit und freut sich darauf, wenn die Party nach Überwindung der Krise wieder steigen kann.
Wir werden natürlich weiterhin versuchen, euch mit weiteren Tipps und Hinweisen auf dem Laufenden zu halten. Bis dahin – stay tuned, healthy & at home!

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